Mittwoch, 15. September 2010

Product Placement

Sommerzeit ist neben dem obligatorischen Sommerloch auch die Zeit, in der im Kino die sogenannten Sommer-Blockbuster laufen. Die Kino-Filme, die vom Studio aus viel Geld einspielen sollen. Und das nicht nur durch die Zuschauerzahlen, nein mittlerweile kassieren die Filmstudios auch gehörig durch das sogenannte Product Placement ab. Bei dem stellen Firmen ihre Produkte zur Verfügung und zahlen dann auch noch einen Werbekostenzuschuss, damit der Held auch ja mit ihrem Mobiltelefon seine SMS schreibt und den neuesten SUV fährt. Und selbst bei Getränken macht das Ganze nicht halt, denn was wäre James Bond ohne seinen Dom Perignon oder Hitch ohne seinen Grey Goose Martini.

Es kann aber auch ein klein wenig anders sein.
Ab und an will das Studio auch ein bestimmtes Produkt haben, weil es zu Story oder Protagonisten gehört. So auch in der neuen A-Team Verfilmung. Hier sieht man an öfterer Stelle die Jungs einen Mint-Julep trinken. Das ist aber nicht irgendeiner, nein es ist "The Colonel's Choice" eine Eigenkreation von der Watt's-Cocktailbar, die dem Charakter des Colonel Hannibal Smith besonders gut gefiel und er e auch seinem Team nähergebracht hatte, wird auf der DVD dann unter Extra zu sehen sein.

Dieser Julep ist eine vollendete Komposition aus Maker's Mark Whisky, hausgemachter Aprikosenmarmelade, dazu Giffard Apricot du Roussillon, ein klein wenig frischer Zitronensaft, natürlich frischeste Minze und Kardamon-Bitters aus eigener Herstellung.

Dieser fruchtig frische Drink stillte nicht nur stilvoll den Durst von unserem liebsten aller Alpha-Teams, nein er half natürlich auch Hannibal und später Face ihre genialen Pläne auszutüfteln. Denn genau wie die Zutaten eine perfekte Mischung sind, ist es am Ende ja auch immer das Folgende:

"I love it when a plan comes together!"




Donnerstag, 4. März 2010

Von Jägern und Sammlern

Schon immer teilt sich die Menschheit in Jäger und in Sammler auf. Früher konnte man ganz leicht unterscheiden, wer auf der Jagd war (nach einem Mammut z.B.) und wer etwas sammelte (Beeren zum Dessert, nach dem Mammutbraten). Dann vermischte sich die klare Einteilung schon etwas (der Jäger sammelte die Stoßzähne) und verlor sich immer mehr.

Mittlerweile muss ja keiner mehr auf die Jagd gehen und sammeln, aber diese beiden Urinstinkte sind immer noch da und treten mittlerweile in anderer Form auf.

Insbesondere das Sammeln hat nun eine neue Definition gefunden:

Nun bezeichnet es eine systematische Suche, Beschaffung und Aufbewahrung von Dingen oder gar Informationen. Sammeln geriert zu einer wichtigen idellen Beschäftigung, das heißt fast jeder hat als Hobby irgendeine Sammelleidenschaft entwickelt. Es gibt noch das institutionalisiertes Sammeln von Museen, Bibliotheken und Archiven.

Zurück zum Sammeln als Hobby

Prinzipiel kann man ja alles sammeln und alles was man Besitzt ist schon eine Sammlung, wenngleich eine sogenannte unsystematische. Systematischer ist die Eingrenzung auf ein gewisses Gebiet, einer gewissen Thematik (Comics, aber nur die von D.C.).

Oder wie ich mal sagte: "Mansche sammeln Briefmarken, ich sammle Rum!"
Nicht nur ein Wortspiel mit Rumsammeln, nein es hat als Anlage immer hohe Prozente und macht wirklich was her im Regal.

Neuestes Mitglied in meiner Sammlung:

Pussers British Navy Rum Ships Decanter
"Admiral Lord Nelson" 1l

Land: British Virgin Islands, Guyana, Trinidad & Tobago
Hersteller & Abfüller: Pusser's
Alkoholgehalt: 42%
Inhalt: 1 l

Es ist ein schöner Blend aus 6 in Eichenfässern gereiften und ausgesuchten Rums. Bei der Vergangenheit des Rums ist das celebrieren maritimer Traditionen mit geschmückten ceramic-Dekantern selbst so eine Art Tradition für Pusser's geworden. Die spezielle Ships decanters Form gab es sc hon in den frühen Jahren der Segelschiffahrt. Die extra großen Standflächen sollen das Umfallen auf den rollenden Schiffen vermeiden und - was natürlich noch schlimmer wäre - das etwas von dem guten Tropfen verschüttet wird.
Da der Rum noch zu ist die Charakteristik von http://www.thewhiskytrader.de/

Farbe: Destilliert aus dunkler Melasse, dunkler Bernstein.
Aroma: Sehr kräftig und komplex, mit einer angenehmen und feinen Süße.
Geschmack: Die Aromen setzen sich fort mit rechlich Toffee, dunkler Schokolade, würzigen Noten, Trockenpflaume. Im Nachklang lange, würzig-süß.
Der Decanter, aus bestem Keramik, ist Live wirklich noch schöner als auf den Bildern. Sehr detailreich mit vielen Anspielungen gestaltet.

Unten stehen auf Lateinisch die Sieben Weltmeere: Mare Septentrio Atlanticum, Mare Meridies Atlanticum, Mare Indicum, Mare Septentrio Pacificum, Mare Meridies Pacificum, Oceanus Arcticus, Oceanus Antarcticus (Da haben wir schon wieder was gelernt)

Dann sind die vier Zeichnungen: Eine vom Pusser's Logo, eine vom Porträt Lord Nelson's mit dem Untertitel "Palman qui meruit ferat", dann eine von den Traditional Toasts der Royal Navy heute mit "a bloody war and a quick promotion" und dann noch die mit dem Herrn mit Dreozack auf einem Streitwagen und der Ansicht "Britains never shall be slaves".

Oberhalb sind verschiedene Flaggen abgebildet und der einleuchtende Satz "England expects that every man will do his duty"

Als Anschluss über dem blauen Decanterkopf ist eine rote Wachsversiegelung nochmals mit dem Emblem von Pusser's. Der Deckel ist auch aus Keramik, blau mit einem Korken zum verschließen, falls man ihn doch aufmacht.

Als optisches Highlight einer Sammlung wahrlich ein Hingucker, noch dazu mit einem Liter leckerem Pusser's Rum befüllt und fällt auch bei Seegang nicht so leicht um.








Montag, 15. Februar 2010

Academia del Ron

Der Cocktailwettbewerb Havana Club Bar Giants schlägt eine neue Richtung ein. Er will sich stärker dem klassischen Bartending widmen . Mit dem Konzept der Academie del Ron bei dem Workshops und Schulungen enthalten sind und am Schluss nicht nur der Drink, sondern auch das Wissen und der Gästekontakt im Vordergrund stehen - was mittlerweile auch der 360° Bartender heißt.
Aber um einen der Plätze in der Academia zu ergattern muss man doch einen Drink kreieren. Aber natürlich nicht irgendeinen, nein es handelt sich um eine Daiquiri-Variation.
Und welchen Rum benutzen wir da?
HAVANA CLUB!


Nun gut hier mein Rezept:

Ron Veritas

5 cl Havana Club 3 anos
2 BL Akazien-Blütenhonig
5 Stk. grüne, kernlose Trauben
2 cl Sauvignon Blanc
3 cl frischer Limettensaft
Limettenzeste

Glas: Cocktailglas
Deko: 2 Trauben mit Honig und Puderzucker in separatem Glas

Zubereitung: 5 cl Havana Club 3 anos ins Boston Glas geben, die 2 BL Honig hinzufügen und kurz rühren, damit sich der Honig auflöst. Dann die Trauben im Rum-Honiggemisch muddeln und letzlich noch den Sauvignon Blanc und den Limettensaft eingießen. Mit Eis gut schütteln und über ein Teesieb in ein vorgekühltes Cockjtailglas abseihen. Für den letzten Touch sprühen wir den Cocktail noch mit einer Limettenzeste ab. Mit dem Dekoglas a part und einem Lächeln servieren wir den Drink.

Donnerstag, 28. Januar 2010

Macht sich jemand zum Affen?

Da ich ja in Ettlingen beheimated bin ist Stuttgart nicht so weit entfernt. Demzufolge, und weil ich frei hatte, lag es ziemlich auf der Hand, dass ich auf die Barkulktour gehe. Gesagt getan ging es dann auf die neueste Bar & Gastronomiemesse in der Baden-Württembergischen Landeshauptstadt.
Der Einfachkeit halber verweise ich zur Beschreibung der Messe auf einen anderen lesenswerden Blog:
http://cocktailwelt.blogspot.com/2010/01/barkultour-2010-ein-resume.html

Christian hat hier den Montag gut beschrieben und auch den Gin, den ich erwähnen möchte:
den "Monkey 47"

Ich gebe jetzt mal die ersten zwei Seiten aus dem Booklet wieder, die erzählen doch eine wunderbare Geschichte:
"Im Juli 1945 wurde Wing Commander Montgomery "Monty" Collins, Angehöriger der Royal Air Force, Uhrenliebhaber und Weltenbummler, nach Berlin versetzt. Collins, Sohn eines britischen Diplomaten, erblickte 1909 in der britisch-indischen Provinz Madras das Licht der Welt. Früh erkannte er die Macht der Sprache und erlernte nicht weniger als 5 Sprachen, eine davon die Deutsche.
Nach Kriegsende in Berlin angekommen, war Commander Collins vom Ausmaß der Zerstörung der Hauptstadt zutiefst bewegt. Fortan engagierte er sich in seiner Freizeit für den Wiederaufbau des Berliner Zoo's und übernahm die Patenschaft für einen Javaneraffen namens Max. 1951 schied Collins aus der Royal Air Force aus. Von seinem Wunsch das Uhrmacherhandwerk zu erlernen getrieben, zog er in den nördlichen Schwarzwal. Leider erwies Collins sich hierfür als untauglich und eröffnete stattdessen einen Landgasthof, den er zu Ehren seines Patenkindes "Zum wilden Affen" nannte.
Als britischer Gentleman war Montgomery Collins nicht gewillt auf bewährte Traditionen sowie ein gutes Glas Gin zu verzichten und began daher, sich für die Herstellung dieses englischen Nationalgetränks zu interessieren. Wacholder war, ebenso wie reines Quellwasser und eine Vielzahl spezieller Kräuter, mehr als ausreichend vorhanden. Daraus entwickelte er seine einzigartige Schwarzwälder Gin-Rezeptur.
Zu Beginn der sechziger Jahre verliert sich Collins - Spur bis um die Jahrtausendwende bei Renovierungsarbeiten des Landgasthofes eine alte Holzkiste entdeckt wurde, deren Inhalt eine Flasche und ein Brief waren. Die alte Flasche war von Hand beschriftet und unter einem skizzierten Affen war zu lesen "Max the Monkey - Schwarzwald Dry Gin". Der Beiliegende Brief enthielt eine Beschreibung der Zutaten von Montgomerys Rezeptur.
Die Besonderheit der Rezeptur ist, dass sich nebenm typischen Kräutern und Beeren des Schwarzwaldes auch zahlreiche exotische Gewürze wiederfinden, deren Verwendung wohl Collins' Kindheit in Indien zuzuschreiben ist. Seit 2008 haben wir uns der Rezeptur von Montgomery Collins angenommen. Zum Andenken an Collins und seinen Affen Mx haben wir unserem Schwarzwald Dry Gin den Namen "Monkey 47" gegeben"
Quelle:Monkey 47 - Booklet
in ähnlicher Form auf www.monkey47.com nachzulesen
Aber worauf will ich jetzt hinaus?
Meiner Meinung wirkt diese Geschichte doch arg konstruiert und leicht übertrieben. Der nette Herr hieß Montgomery Collins, englischer gehts ja nicht mehr. Und dann auch noch der Nachname Collins, der einem wohl noch einen Black Forest Collins suggerieren soll, den wir auf der Messe natürlich nicht testen konnten. Er hohlte sich die Patenschaft eines Java-affen, durch den man ein nettes Logo hat, das mich vom Namen an den Boutique Blend Monkey Shoulder erinnert. Durch seinen Vater hatte er Beziehungen nach Indien und somit zu den exotischen Botanicals. Deutsch konnte er auch noch und wegen einer Uhrmacherliebe kommt er in den Schwarzwald. Alles perfekt durchdacht, muss man schon sagen. Erstaunlich wie sich eine Spur vor gerade einmal 50 Jahren verlieren konnte, dass man ja nichts Googeln oder Wikipedieren kann (Schon versucht). Aber Herr Collins hatte Glücklicherweise eine sogenannte Zeitkapsel in Form einer Holzbox. Nicht nur Notizen, Fotos und detaillierte Beschreibung über den Gin waren darin, nein auch noch eine Flasche als kostenlose Probe (Leider waren keine gebrandeten Gläser drinnen und auch kein Plüschaffe).
Kennt noch jemand den ironischen Beitrag zum Thema Vodka auf dem damaligen Bitters-Blog:
http://bitters-blog.blogspot.com/2008/01/warum-schnell-nicht-schnell-genug-ist.html
Dass war genug Vodka zurück zu Gin. Denn bei einem Ultra-Premium Gin muss alles so authentisch wie möglich sein, mit Geschichte und allem Pipapo.
Hab ich schon erwähnt, das sage und schreibe 47 Botanicals (und auch 47%vol hat) in dem Gin sind und er wie bei Schwarzwälder-Obstbränden in Tongefäßen noch lagert. Noch mehr Superlative, die erkennen lassen, dass die bald erscheiende 0,5l Flasche Monkey 47 nicht zu den günstigsten zählen wird.
Versteht mich nicht falsch, der Gin ist gut aber speziell im Geschmack. Dennoch wird von den Blackforest Distillers hier geziehlt etwas konstuiert, dass so nicht richtig sein wird. Vielleicht stimmt es ja wirklich, denn die besten Geschichten schreibt nekanntlich das Leben. In einer anderen Region in Deutschland, wo zwei Herren Gin machen wollten, blieb man bei der schlichten einfachen Short-True-Story.
Aber wie immer entscheiden die Gäste und wir Barkeeper ob etwas ein erfolg oder Mißerfolg werden wird und in ein paar Monaten/ Jahren sind wir schlauer.

Mittwoch, 20. Januar 2010

Neuer Post

Ein neuer Post? Wirklich wie kommt denn dieser Blog zu so einer Ehre?
Es ist ja wirklich sehr ruhig geworden in letzter Zeit. Der ganze Dezember fehlt ja praktisch. Nun gut, starker Monat und viel zu tun gehabt, ganz im Gegensatz zum Jahresanfang, bei dem ich es eher ruhig anging.
Was bisher geschah:
Definitiv fehlt wohl die Berichterstattung über meinen fantastischen Zeitungsartikel in der BNN zum Thema Gewürze und Cocktails und daraufhin auch noch ein Auftritt auf der Christkindlesmarkt-Bühne. Meine Güte, ohne falsche Bescheidenheit ich werde wohl noch eine lokale Berühmtheit hier in Ettlingen, genau wie Denny Crane in Boston. Jetzt fehlen nur noch Radio und TV.
Sylvester muss man natürlich erwähnen, weil es einfach ein fantastischer Abend war und der absolute Schaumwein-Ausverkauf, bei dem jeglicher Crémant und alles an Champagner konsumiert wurde. So sollte es jeden Tag sein.
Gut am ersten Montag als die Bar wieder offen hatte, trank ein verliebtes Pärchen drei Flaschen Dom Perignon. Übrigens musste der Mann die letzte Flasche laut unbestätigten Gerüchten leider selber trinken.
Dann gab es leider noch die Schneemassen die ganz Deutschland und auch einen Teil unseres Zeltanbaus lahmlegten. Zum Ende des Monats steht es wieder, wenn am 30.01 zur Nachtkultur Pirm-Jam wieder das Haus rocken.

P.S. Nachträglicher Vorsatz zum neuen Jahr: versuchen etwas mehr hier im Blog zu machen (mit halbherzigen Beiträgen wie diesem hier ;-)

Mittwoch, 25. November 2009

Die Firma

Jetzt hat es doch wieder etwas länger gedauert für einen neuen Blogeintrag.

Nun gut, wir haben mittlerweile Mitte Dezember und dieser Eintrag wird zurückdatiert gesendet. Nein ich kann nicht Zeitreisen, ab und an kommt es einem nur vor, dass man mit den Wochentagen durcheinanderkommt. Besonders, wenn zum Beispiel sich die Schichten von einem Kollegen ändern: " Markus, du da? Ist heute schon Freitag?" " "Nein, ich habe getauscht, wir sind wirklich noch bei Mittwoch."
Ob Mittwoch oder Freitag, wir sind in der Zeit, in der wir Weihnachtsfeiern haben. Und da ist alles dabei:
Firmen, die sich Abends bei uns treffen, zum Beisammensein, Essen und Trinken, aber jeder zahlt seine Dinge selbst, also fast wie ein Klassentreffen.
Firmen, die erst Tagungen haben und dann ein Abendessen im Weihnachtlichen Sinne, was für eine Kombo.
Dann natürlich auch Weihnachtsfeiern getreu dem Motto: "Es geht alles auf die Firma!"
Am beste wäre da ein Beispiel von letztem Jahr an einem Freitag.
Wir hatten bei uns im Watts schon von vorneherein volles Haus. Dann ging es so kurz nach neun auch bei uns an der Cocktailbar los. So kam der erste Tisch von der Brasserie zu uns rüber und schon direkt nachdem der Erste etwas zu trinken bestellt hatte hieß es "Es geht alles auf die Firma." "Ok, gut. Welche Firma?" "Wir haben drüben schon unterschrieben." "Ach so sie haben im Restaurant schon ein Konto."
Natürlich hatte die Firma da schon schön gegessen und wollte jetzt bei uns noch schöner trinken, aber es sind zwei verschiedene Kassen und wir müssen so eine neue Rechnung aufmachen, und wissen in dem Moment natürlich nicht, wie die Firma heißt.
So eine halbe oder dreiviertel Stunde ging es weiter, mit dem nächsten Grüppchen, das zu uns rüber kam. Noch bevor irgendjemand etwas bestellte oder wir großartig Guten Abend sagen konnten, kam der schöne Spruch "Es geht alles auf die Firma!" Wunderbar, denn wir sehen jedem ja an für welche Firma er arbeitet, oder ob er von der Villa Watthalden 'Hartmaier' kommt, die nebenan ist und auch separat läuft. Die andere Gruppe die an dem Abend diese Phrase zum Besten gab war ja auch mit Anzug unterwegs statt Charketeristischen Firmenklamotten und wir konnten nur ahnen, das es zumindest auf die Firma läuft.
Die Firma? - was versteht man eigentlich darunter?!
Irgendeine Institution, Behörde, Betrieb oder Gesellschaft oder einfach eine Firma? Denn 'die Firma' dürfte es wohl kaum sein, denn es werden in den seltensten Fällen mehr als 2-3 CIA Agenten gleichzeitig an einem Ort sein, perfektes Deutsch sprechen und dann auch noch behaupten von der Firma zu sein.
Vielleicht denken die werten Herren ja, das man den Heiligenschein auf dem der Firmenname, sowie die volle Anschrift draufsteht wirklich lesen kann.
Leider ist dem nicht so und wir haben oftmals wirklich etwas Forschungsarbeit zu leisten um da Abhilfe zu schaffen.

Montag, 16. November 2009

Macallan Sour, oder auch Markenbestellung

Man kennt es ja aus Filmen, der smarte Held oder di noch smartere Heldin sind in einer Bar, einem Club oder sonstwo, wo man etwas zu trinken bestellen kann. Und es wird ja nicht irgendwas bestellt, nein, es wird explizit bestellt.
"Einen Frey Foose Martini, dirty." oder auch "Cacardi Mojito, bitte!"
Nicht schlecht dieses Markenbranding, denn der Bartender braucht nicht mehr nach der favorisierten Rum oder Vodkamarke im Getränk fragen, wenngleich s doch ein zwei Probleme gibt, wenn die gewünschte Spirituose nicht im Haus ist.

Dieses Markenbewusstsein hat meiner Meinung drei Gründe:

Erstens: Die entsprechende Marke war die erste verfügbare für einen selbst oder die erste, die auf dem Markt erhältlich war, und das über Jahre. So prägte sich der Name der Marke ein und wird entsprechend mit dem Cocktail Longdrink in Verbindung gebracht, da es ja keine andere Marke gab oder auch gibt (schniff, meine Nase läuft, hat mal jemand ein Tempo?). Deswegen wird so mancher Rum-Coke oder auch Shot mit einem Markenbranding bestellt.

Zweitens: Die ensprechende Marke macht gut Werbung, in Print oder auch wie ganz oben erwähnt in Film und Fernsehen, neuerdings besonders in Videospots. Und ist es nicht einfach cool dasselbe zu trinken wie sein Idol oder Filmheld etc. Ja es ist cool und wenn James Bond gerne Bollinger Grand Année trinkt muss ich das wohl auch mal versuchen, genauso wie einen Scotch und eine Zigarre am Ende der Woche mit einem Kollegen zusammen auf einem Balkon in einem weißen Sessel.

Drittens: Die entsprechende Marke wird geordert, weil sie doch wirklich das Rennen gemacht hat bei der Person die sie in ihrem Drink möchte. Da ja jeder etwas andere Vorlieben hat was seinen Geschmack angeht ist es doch besonders schön, dass man mittlerweile so eine verdammt große Auswahl hat um wirklich das passende zu finden. Aus 20-30 verschiedenen Gins den richtigen für seinen Gin Tonic zu finden ist wirklich machbar, sofern einem ab undan ein Bartender auch mal hilft und einem einen anderen Gin nahelegt (So auch in der Watt`s Cocktailbar geschehen, auf http://www.qype.de/review/1108137#comments nachzulesen, wenngleich es 5 cl Gin waren).

Andere probierten mal verschiedene Whisk(e)ys in ihrem Whiskey-Sour und kommen da sogar auf den Schluss, das der Macallan Fine Oak 12 y.o. der beste für sie sei. So kommt ein befreundeter Kollege ab und an noch nach Feierabend zu mir an die Bar und bestellt einen Macallan Sour, mit Orangenzesten-finish (Und nein, es geht dabei wirklich nicht um Dekadenz, sonst wäre es ein Macallan 1936). Und auch ein anderer Stammgast bestellt seinen Gin Tonic mit seinem neuen Lieblingsgin, den er mittlerweile bei uns gefunden hat.


P.S. Was macht der Plüsch-Löwe auf dem Bild?

Mittwoch, 11. November 2009

Rum Abend in der Casa Che Romana

Am 08.11 war es ja soweit, in der Casa Che Romana fand doch wirklich ein Rumtasting statt. Nun gut aus geplanten 6-7 Personen wurden nur 4, aber nicht weiter schlimm, so gab es für die anderen mehr zu Essen und glaubt mir wir hatten unseren Spaß.

Als Aperitif Cocktail kredenzte der formidable Host (ich glaube das war meine Wenigkeit, wenn nicht mein Ego ;-) einen Sage Mojito mit frischem Salbei aus dem Garten. Ihr könnt das Aroma jetzt natürlich nur erahnen, aber Minze und Salbei scheinen in so einem Mojito echt gute Freunde zu sein.

Erster Rum der Runde war ein Weißer Vertreter, der hierzulande praktiscb gar nicht anzutreffen ist, obwohl der Geschmack überzeugte, trocken, leicht und ausgeglichen, perfekt zum Mixen. Der Rum: E.S.A. Field White Barbados Rum von der Foursquare Distillery. Die Flasche erinnerte an Grey Goose oder Chopin und könnte nur vom Packaging her in der sogenannten Super Premium Kategorie (die ja nur symbolich für die Werbung existiert) mitspielen. Aber einstimmig wirklich ein tolles Produkt für den Preis.

Der Zweite war schon etwas gereifter aus einem Land, von dem auch weniger in unseren Breiten ist . Eher kommen die Meisten Rums dieser Insel vom Land neben dran der DomReb, dieser hier aus Haiti. Dem Barbancourt Réserve Five Stars (8 Jahre gealtert) merkte man wirklich an, das er in Cognac-Tradition hergestellt wird. Dupré Barbancourt gründete 1862 das Unternehmen auf Haiti bis heute in Familienbesitz nur unter dem Namen Gardére.
Dieser Rum ist gut vergleichbar mit besseren Cocgnacs der Stufe VSOP. Bestes Zitat einer Produktbeschreibung ist aber: "Brown rum distilled from sugar cane juice, syrup and/or molasses depending on availibility." Nicht schlecht, man nimmt mehr oder weniger was grade da ist and Zuckerrohstoffen.

Der Mittlere, Dritte Rum hatte eine dunkle Bernsteinfarbe und überzeugte sofort mit seinem Geruch. Zitat."Der riecht endlich nach Rum." Mit dem Hinweis er käme aus Venezuela war klar wen wir vor uns hatten. Den Pampero Aniversario Reserva Exclusiva. Viel braucht man über diesen Rum wirklich nicht mehr loswerden. Er ist ganz weit vorne dabei was seine Auszeichnungen angeht und beim Preis-Leistungs-Verhältnis läßt er wirklich jeden zurück. Von der Destillerie ist nicht sehr viel bekannt, aber der Rum wurde 1963 zum Jubiläum kreiert. Da er von vorneherein gut zu beziehen war konnte er schon früh Liebhaber gewinnen, wie zum Beispiel auch Herrn Gonsalez unsren Gitarrenspieler/ Sänger der zweimal im Jahr bei uns im Watts auftritt.

Widmen wir uns un dem vierten Rum, der wie man dann auch lesen konnte auch Reserva auf dem Etikett trug, was aber bei Rums nicht viel zu bedeuten hat. Von der Farbe her war er etwas heller bernstein und vom Aroma her kamen schöne Holztöne gepaart mit trockenen Früchten an die Nase und ein wirklich runder Geschmack, der einen an etwas erinnerte. Nach der Auflösung war es ja auch dann klar. In Cubanischer Tradition hergestellt, die man auch schmeckte, der Malecon Reserva Imperial, hier mit der volljährigen 18jährigen Variante. Ein wirklich schöner Rum, wenngleich ich mir von den 18 Jahren etwas mehr Tiefe erwartet hätte, da so mancher Kubaner mit 7 Jahren mehr Substanz hat.

Nun noch der letzte der Rums, der in dunklem Mahagoni daherkommt. Dichter Karamellgschmack, der schon einiges erahnen lässt. Und ja, beim Gschmack auch da schönes, dunkles Karamell und Kaffee. Eine Süße, die sich beim gesamten Verkosten durchzieht bis zum Nachklang, bei dem dann mit Eichenfassnoten. Ein typischer Demerara Vertreter: der XM Royal Extra Mature Demerara Rum wurde 9 Jahre in Bourbon-Eichenfässern ausgebaut um dann weiter 6 Monate in Sherry-Fässern sein Finish zu bekommen. Ein weiterer Geheimtipp für Guyana.

Mit den Rums hatte man eigentlich schon mehr als einen Digestiv zu sich genommen, aber den Ausklang zum Thema bildete noch eine Digestiv Cocktail vom Virtuosen erdacht in Anlehnung an den großen Klassiker Negroni, der Cubanica (Falls einem ein besserer Name einfällt, bitte schreiben). Havana Club 7 Jahre (in dem Fall wurde der Malecon Imperial benutzt), Ramazotti, Carpano Antica Formula im selben Verhältnis mit 2-3 dashes Xocolatl Bitters auf Eis gerührt und dann in eine Schale abgeseiht. den Glasrand mit einer Orangenzeste einreiben und diese auf den Cocktail abspritzen. Perfekter Digestiv-Cocktail, leicht btter, mit viel Substanz und leichten Schokotönen.
Das war jetzt ein Bericht über das Tasting an sich, das nach den Rums erst ein tolles Essen kam und nach dem Digestiv wieder eingestiegen wurde mit Rum-Colas und vielleicht dem ein oder anderen Digestiv wollen wir mal außen vor lassen. Die üblichen Verdächtigen werden darüber gerne woanders berichten, vielleicht.

Mittwoch, 28. Oktober 2009

Endlich Rum

Beim ersten Post angekündgit, aber bisher noch nicht eingehalten:
Der Nektar der Götter als weiteres Blogthema - Rum (die Spirituose aus dem Zuckerrohr)
Den Anfang mit dem Thema Rum macht eine kleine Privat-Veranstaltung in der "Casa Che-Romana"
In dieser kleinen Bar/Lounge/Wohnung findet ein Rum-Flight statt, heißt es werden ganz typisch ein paar Rums (5 an der Zahl) von verschiedenen Inseln und Ländern erst blind verkostet und dann vorgestellt. Vorneweg gibt es dann noch einen passenden leichten Rum-Cocktail als Aperitif sozusagen. Währenddessen etwas Fingerfood und danach noch einen Digestiv-Cocktail. Hört sich doch ganz nett an, oder?!
Die Teilnehmerzahl ist zwecks der gemütlichen Atmossphäre auf 6 Personen begrenzt.
Der Termin ist der 08.November um 19 Uhr MEZ

Üerhaupt zu Rum: ist euch schon einmal aufgefallen, in wie vielen Wörtern das Wort Rum mit drinnen steckt? Rumlaufen, rumreden, warum?, darum!

Dienstag, 20. Oktober 2009

Der Barkeeper weint

Am Samstag warein befreundeter Barkeeper mit einem Kumpel bei uns zu Gast. Erst einen Aperitif Cocktail genommen und schön gegessen ging es dann vorne an der Bar mit Cocktails weiter. Erst alle getreu dem Motto 'Sour' - einen Rodeo für den Anfang, dann ging es nach New York und dann kam die Bestellung:
"Zwei Red Eye dann bitte!"
Jeder kennt ihn oder? Nein, noch nie den Film Cocktail gesehen? das ist der Signature Cocktail des Films. Passt natürlich in einem Flair/TGI-Fridays dominiertem Film so einen Drink einzubauen.
Deshalb getreu auch mein Spruch zum Kollegen nach der Bestellung:
"Wissen Sie wie man einen Barkeeper zum weinen bringt!"
"Zwei Red Eye!"
Okay geweint haben wir nicht sondern hatten unseren Spaß den Drink zu machen und den zwei beim Trinken zuzuschauen, ein paar Gäste wetteten doch echt, ob sie es schaffen den Cocktail zu trinken.
Hier das Rezept:
Pilsener Glas zu 2/3 mit Bier befüllen
Mit Tomatensaft aufgießen bis fast ganz voll
ein komplettes rohes Ei rein -fertig
Also im Grunde genommen der perfekte Corpse Reviver Cocktail für den Morgen danach, getreu dem Motto "Hair of the dog" und dazu noch das Revival der einer klassischen Cocktailzutat dem Ei!
Übrigens haben wir dem Geschmack wegen noch T.B.T. Celery Bitters reingehauen ;-)